Nach insgesamt drei Qualifikationen hat der Deutsche Turnerbund sein Aufgebot für die Turn-EM der Männer vom 19.-23. August in Zagreb bekannt gegeben. Allerdings stehen nur vier von fünf Turnern fest:

Der fünfte Platz geht entweder an Nils Dunkel (SV Halle) oder Lucas Kochan (SC Cottbus). Dunkel laboriert momentan an einer Handverletzung, die auch seinen Start bei den Deutschen Meisterschaften beeinträchtigt hat. In Hannover startete er lediglich am Boden, den Ringen und Sprung. Am Sprung turnte er sich ins Gerätefinale, wo er Bronze gewann. Sollte es Dunkels Heilungsverlauf erlauben, werden er und Lucas Kochan sich am 10. August noch einmal einem Leistungstest unterziehen, um den letzten Startplatz zu finalisieren.

Von den beiden ersten Qualifikationen in Halle am 11. und 13. Juli liegen keine offiziellen Ergebnisse vor, Cheftrainer Jens Milbradt war jedoch nicht übermäßig begeistert ob einiger Stabilitätsprobleme. Auch bei den Finals in Hannover fehlte es vor allem am ersten Tag deutlich an Stabilität. Neuzugang Stelmakh, der erst vor kurzem vom ukrainischen Turnverband freigegeben worden war, setzte sich zwar mit fast zwei Punkten Vorsprung durch, aber auch er blieb nicht fehlerfrei. Insgesamt gewann er in Hannover drei Titel – neben dem Mehrkampf auch Gold am Pauschenpferd und Barren. Im Bodenfinale stürzte er bei der ersten Bahn auf den Rücken. Als er eine Stunde später seine starke Pauschenpferdübung beendete, wirkte er kurz wie erlöst. „Für jeden Sportler ist es sehr wichtig, nach einem Fehler wieder weiterzumachen“, sagte er anschließend. „Ich war nicht traurig, ich war nicht glücklich, einfach konzentriert.“ Druck verspürt er vor der EM nicht, aber Verantwortung. „Das hier ist meine Arbeit. Ich muss arbeiten, ich muss turnen. Ich muss gut turnen.“

Sahakyan als Spezialist zur EM

Gemäß Reglement darf jedes Männerteam einen sechsten Turner für die EM nominieren, der an maximal drei Geräten eingesetzt werden kann. Die Ergebnisse dieses Spezialisten zählen nicht für das Mannschaftsergebnis. Hier wurde Artur Sahakyan (TZ Bochum-Witten) nominiert, der in Hannover den Titel an den Ringen gewann. Sahakyan war 12 Jahre alt, als seine Familie aus Armenien nach Deutschland flüchtete. 2024 gewann bei den Deutschen Meisterschaften Gold an den Ringen und war schon bei der WM 2025 in Jakarta dabei.

Man wolle „im Kampf um das Teamfinale mitmischen“, gibt Jens Milbradt als Ziel für die EM aus. Im Teamfinale stehen die acht besten Teams aus der Qualifikation, auch das eine oder andere Einzelfinale sei „sicherlich im Bereich des Möglichen“. Die EM ist auch die Qualifikation für die Weltmeisterschaften in Rotterdam im Oktober, wo bereits die ersten Tickets für die Olympischen Spiele 2028 vergeben werden. Die 13 besten Teams aus Europa qualifizieren sich für die WM. Eine Aufgabe, die dem DTB Team nicht sonderlich schwerfallen sollte.

Zeitgleich mit den Männern turnen auch die Junioren ihre EM. Hier wurden nominiert:

Die Junioren turnen ebenfalls um Team-, Mehrkampf und Gerätetitel. Den letzten Test beim Länderkampf in Kienbaum mit Großbritannien, der Schweiz und Frankreich endete für die DTB-Junioren auf Platz zwei hinter Großbritannien und mit vier Zehnteln vor Italien.

    Avatar von Leonie GymNews

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