Nach dem Team der Turner hat der DTB nun auch das Team der Turnerinnen für die EM nominiert, die vom 13. – 16. August in der kroatischen Hauptstadt Zagreb stattfindet. Nach insgesamt drei Qualifikationen fiel die Wahl von Cheftrainer Gerben Wiersma auf:

Als Ersatzturnerinnen werden Madita Mayr (TSV Jetzendorf) und Charleen Pach (TZ DSHS Köln) in der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung dabei sein.

Der Mehrkampf bei den Finals in Hannover war die erste Qualifikation, am vergangenen Wochenende fanden im Trainingszentrum in Frankfurt zwei weitere Durchgänge statt. Dort siegte am 1. August Lea Quaas mit 53,400 Punkten knapp vor Silja Stöhr (53,300) und Charleen Pach (52,000). Am zweiten Tag wurden noch einmal volle Übungen am Stufenbarren und Schwebebalken gezeigt, am Boden keine vollen Übungen.

Fokus auf Artistry

Dieser Qualifikationsmodus war neu. „Am Boden machen sie am zweiten Tag nur die letzte Linie und dann gibt es einen Bonus“, hatte Gerben Wiersma bei den Finals erklärt. „Der Bonus ist für Artistry. Ich glaube, dass unsere Turnerinnen da einen Schritt machen müssen, und da haben wir überlegt, wie wir das ein bisschen pushen können. Wir haben auch im April einen Artistry-Workshop gemacht und erklärt, wie man das trainieren muss. Am Barren und Balken nehmen wir den Mittelwert der zwei besten Noten [aus den Qualifikationen]. Das geht ein bisschen mehr in Richtung Stabilität.“ An beiden Tagen in Frankfurt zeigte Helen Kevric am Stufenbarren das beste Ergebnis. Am Schwebebalken setzte sie sich am ersten Tag auch an die Spitze, Pauline Schäfer-Betz zeigte hier am zweiten Tag die Topleistung.

Wiersma peilt in Zagreb den Einzug ins Teamfinale der besten acht Mannschaften an. Ziel dort ist ein Platz unter den ersten fünf. „Zudem sehe ich in den Gerätfinals mindestens eine Athletin“, erklärte er. Bei den Europameisterschaften 2025 in Leipzig hatte das DTB-Team die Silbermedaille gewonnen und drei Gerätefinalplätze erreicht.

Mehrere Chancen auf Gerätefinals

Karina Schönmaier, die amtierende Europameisterin am Sprung, hatte bei den Deutschen Meisterschaften einen neuen zweiten Sprung gezeigt. Statt des Chengs, den sie letztes Jahr bei der WM präsentierte, turnte sie nun neben dem Jurtschenko mit Doppelschraube einen Überschlag-Salto vw gestreckt mit halber Drehung. „Tatsächlich habe ich alle drei Sprünge trainiert. Das war alles ein bisschen zeitaufwendig. Das mit dem dritten Sprung war sehr kurzfristig“, sagte sie in Hannover. Den Cheng, bei dem sie im WM-Finale 2025 zwei Punkte Abzug erhielt, weil sie mit der zweiten Hand nicht auf dem Tisch gestützt hatte, hat sie aber noch nicht ad acta gelegt. „Ich habe jetzt einen Plan C, wenn es mit dem anderen Sprung bei mir mit der einen Hand nicht klappt. Ich habe jetzt viele Variationen, die ich machen kann. Gerade hat es mit diesem Sprung besser geklappt, deswegen habe ich ihn hier gemacht.“ Helen Kevric hatte 2025 bei der EM das Feld am Barren angeführt, ehe sie im Mehrkampffinale am ersten Gerät verletzt ausschied. Auch in Zagreb kann sie sich berechtigte Hoffnungen auf das Barrenfinale machen, ebenso wie Pauline Schäfer-Betz auf das Balkenfinale. In Hannover turnte Schäfer-Betz erstmals im Wettkampf ihren neuen Abgang am Balken: Auerbachsalto gestreckt mit ganzer Schraube.

Zeitgleich mit den Turnerinnen werden auch die Juniorinnen in Zagreb ihre Europameisterschaft austragen. Auch hier stehen fünf Turnerinnen in einem Team. Für den DTB sind das: Maha Feniuk (SSV Ulm), Mia Frick (MTV Stuttgart), Amelie Schilling (TSG Backnang), Anni Sohnsmeyer (VfL Eintracht Hannover) und Luna Zimmermann (KTG Heidelberg).

Die Wettkämpfe in Zagreb beginnen am 13. August mit der Qualifikation der Frauen, bei denen auch die Entscheidung im Mehrkampf fällt.

Avatar von Leonie GymNews

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